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Wir grüßen in die Schweiz, dorthin, wo uns sechs schwarze Fingerchen zuwinken. Sie sind unverkennbares Logo des bilgerverlags, das sechste muss für die Literatur stehen. Die Verlagsgeschichte, das kommt immer wieder vor, nahm ihren Anfang in einer Buchhandlung, die Ricco Bilger 1983 in Zürich gründete, 2001 entstand unabhängig davon der Verlag, den Bilger seit 2005 gemeinsam mit Dario Benassa leitet. Getreu dem bezaubernden, umarmenden Motto Der Berg, die Wüste, der Himmel, das Meer – Literaturen der Welt im bilgerverlag werden jährlich sechs bis acht Bücher herausgebracht. Freilich ist der bilgerverlag auch Heimat vieler Schweizer Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Auch die Übersetzung ausgewählter Literatur aus der Schweiz ist dem Verlag ein wichtiges Anliegen.
Mit dem Roman Lumbre des argentinischen Autors Hernán Ronsino stand der Verlag auf der Hotlist 2016.

Und mit der Übersetzung Notre-Dame-de-la-Merci von Quentin Mouron steht der bilgerverlag aktuell auf der Hotlist 2017. Der junge Dichter (geb. 1989) mit schweizerisch-kanadischen Wurzeln macht in seiner schmalen Novelle aus dem Dorf Notre-Dame-de-la-Merci in Québec, wo er selbst ein Zeit lebte, einen düsteren, pulsierenden Ort der Ausweglosigkeit, Verzweiflung und Gewalt.
Mouron veröffentlichte bereits fünf Romane auf Französisch, Notre-Dame-de-la-Merci, das zweite Buch, erschien 2012. Dem bilgerverlag ist es zu verdanken, dass die kühne Novelle nun erstmals auf Deutsch vorliegt, auch der ebenfalls 2012 erschienene Roman Drei Tropfen Blut und eine Wolke Kokain findet sich ab sofort bei Bilger in der Série noire. Wir können sicher sein, von Quentin Mouron werden wir noch viel hören bzw. lesen.

„Der kleine, dreckige Roman eines jungen, coolen Schriftstellers.
Ein windiges Dorf im Norden von Québec. Ein Blizzard fegt durch düstere Straßen ohne Hoffnung. Erzählt wird die Geschichte von Odette, Jean und Daniel, von Kokain, Liebe und Gewalt; von drei Menschen, die, getrieben vom Verlangen nach dem Glück der anderen, sich selbst abhandenkommen. Wir sehen nur Verlierer. Verlierer, die schreien. Und die Nacht, die sie zerbricht.
Notre-Dame-de-la-Merci heißt das Dorf im Norden Kanadas, Schauplatz einer menschlichen Tragödie, wie sie nur die Provinz zu schreiben vermag. Schnee ist hier immer schmutzig, die Herzen verdorrt, vertrocknet. Daniel der Kleine in zu groß geratenem Körper liebt Odette, Odette, Koksdealerin und magische Schönheit, liebt Jean. Jean, lokaler Möchtegern-Gangster, liebt nichts und niemanden. Mit dem Selbstmord von Jeans Vater am traurigen Seil beginnt der Reigen einer Suche nach Glück in einer Welt, die vor Ungerechtigkeit schreit. Jede noch so liebevoll gemeinte Bewegung endet in Gewalt.
Quentin Mourons Sprache ist hart, kantig und weit entfernt davon, gefallen zu wollen. Sie macht süchtig. Sie schafft es, im Angesicht von Aggression, verratener Liebe und sozialer Depression das magere Pflänzchen Zärtlichkeit am Leben zu erhalten. Das ist wenig. Das ist viel. Das ist großes Kino auf knapp hundert Seiten.“ (Verlagstext)

  • Quentin Mouron: Notre-Dame-de-la-Merci. Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller. Mit einem Nachwort von Jean-Louis Kuffer. Zürich: bilgerverlag 2016. 96 Seiten. Gebunden. 18 Euro.

Wir wünschen dem bilgerverlag weiterhin viel Erfolg!

Senta Wagner

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