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Alma, die Hauptfigur in Peggy Adams bereits 2013 im avant-verlag erschienenem Debüt Luchadoras, lebt in einem Klima der Gewalt gegen Frauen. Die mexikanische Stadt Ciudad Juárez, in der sie lebt, ist geprägt von Drogenkriegen und beherrscht von rivalisierenden Gangs. Auch ihr Ehemann Romel ist Mitglied in einer solchen Gang, den „Los Rebeldes“, und behauptet seinen Status mit Gewalt. Ist er eifersüchtig oder meint, dass seine Frau zu viele Widerworte gibt, schlägt er zu. Diese Geschichte hat einen realen Hintergrund. Ciudad Juárez ist bekannt für seine hohe Verbrechensstatistik mit durchschnittlich sieben Morden pro Tag. Auch die Gewalt gegen Mädchen und junge Frauen hat international Aufsehen erregt. Mehr als 400 Frauen sollen in den letzten 14 Jahren getötet worden sein, die meisten Morde wurden jedoch nie aufgeklärt.

Der Comic beginnt mit eines Szene, in der Alma einen Verein aufsucht, der sich für misshandelte Frauen stark macht. Als sie nach dem Gespräch wieder auf die Straße tritt, lauert Romel ihr auf und geht mit einem Messer auf sie los. Es bleibt fast bis zum Ende des Comics unklar, ob Alma die Attacke überlebt hat. In der Zwischenzeit wird erzählt, wie die gemeinsame Tocher die Leiche einer jungen Frau entdeckt, wie Alma den Touristen Jean kennenlernt und eine Affäre mit ihm beginnt und wie sie herausfindet, dass ihre Schwester von Romel schwanger ist.

Tief gekränkt von diesem Betrug sucht sie die Schuld allein bei ihrer Schwester, die sie schließlich im Streit eine Treppe hinunterstößt. Hier zeigt sich, warum es nahezu unmöglich zu sein scheint, an der allgegenwärtigen Gewalt gegen Frauen etwas zu ändern. Noch schlimmer als einen gewalttätigen Ehemann zu haben scheint es für die Frauen zu sein, ganz ohne Mann dazustehen. So bringt auch Alma erst den Mut auf, sich gegen Romel zu wehren, als sie Jean kennenlernt und damit eine Alternative zum Alleinsein in greifbare Nähe rückt.

Stilistisch kommt Luchadoras genauso hart daher wie die Gesellschaft, in der Alma lebt. Es finden sich kaum Schattierungen, alle Panels sind in stregem Schwarz-Weiß gehalten und auch die Gesichter der Figuren wirken hart und unzugänglich. So gelingt es dem Leser nur schwer, sich in die Figuren einzufühlen. Was noch lange nachwirkt ist ein beklemmendes Gefühl der Ohnmacht gegenüber gesellschaftlichen Mechanismen.

Eine Leseprobe gibt es hier.

(uf)

Peggy Adam: Luchadoras. Berlin: avant-verlag. 2013. 96 Seiten. ISBN: 978-3-939080-83-1. 17,95 Euro.

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