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Die Kanonisierung von Thomas Kling schreitet voran. Möge nie der Gips über ihm rieseln, möge nie der feierliche Klassizismus sein Tuch über ihn werfen!

„Eine einzigartige Sammlung von Tondokumenten setzt die typischen Kräfte einer Kling-Lesung wieder frei.

Kling, PerformanceDer Auftritt vor Publikum war für Thomas Kling eine ‚hochwichtige Angelegenheit’, und drei Faktoren waren dabei entscheidend.

Zuerst die Bühne: gutes Licht, ein Tisch, ein Stuhl, ein Mikro.

Dann der Vortrag:
‚1. Kein Genuschel bitte. 2. Didaktik hat weder im Gedicht noch auf der Bühne etwas verloren. Also: bitte keine autoexegetischen Turnübungen.
3. Bittebitte keine Mätzchen (keine Performance) mehr! Und 4. siehe 1.: Kein Genuschel bitte.’

Und schließlich das Publikum:
‚Ein konzentriertes Publikum ist enorm wichtig. Dann wird man auch gut auf der Bühne. Es setzt noch einmal alle Kräfte frei …’

Für alle, die Thomas Kling verpasst haben, und alle, die ihn wieder erleben wollen, wird seine lebendige Wortmacht erfahrbar: auf vier CDs mit den prägnantesten Lesungen aus den 1980er und 90er Jahren sowie zwei Gesprächen.”
(Text: Lilienfeld Verlag)

Im Juni 2002 las Thomas Kling in Köln, musikalisch unterstützt von Schlagzeuger Frank Köllges, aus seinem Band Fernhandel. Der Abend begann mit einer vollständigen Lesung des Zyklus‘ „Die Modefarben 1914”, schneidend artikuliert. Das Publikum war geplättet und schwieg benommen, als Kling und Köllges geendet hatten.
„Na! Jetzt können Sie auch mal klatschen!”, sagte Kling und löste so den Bann. / mr

Thomas Kling mit Wespennest-Hut

Thomas Kling mit Wespennest-Hut

Die Herausgeber

Ulrike Janssen, geboren 1967, ist freie Hörfunkautorin und -regisseurin. Für das auf einem Gedichtzyklus von Thomas Kling basierende Hörspiel „vogelherdrecherche“, eine Koproduktion von Deutschlandfunk und Hessischem Rundfunk, erhielt sie 2011 den Karl-Sczuka-Förderpeis.

Norbert Wehr, geboren 1956, ist Herausgeber des Schreibheft. Zeitschrift für Literatur sowie Literaturkritiker, Hörfunkautor und Moderator. Zuletzt erschien von ihm (herausgegeben zusammen mit Ute Langanky): Thomas Kling, „Das brennende Archiv“ (2012).

Thomas Kling, Die gebrannte Performance. 4 CDs (Laufzeit ca. 250 Minuten)
und ein Begleitbuch. 20 x 14 cm. Lilienfeld Verlag, Düsseldorf 2015. 24,90 Euro (unverbindliche Preisempfehlung)
(= Schriftenreihe der Kunststiftung NRW, Literatur, Bd. 5) – erscheint Ende März 2015

Zum Weiterlesen:

Thomas Kling bei …

Suhrkamp / DuMont / Reclam / (in der edition tertium ist Klings zupackende Catull-Übersetzung Das Haar der Berenice lieferbar) / Wallstein / (die bei Kleinheinrich verlegten Bücher werden bei Buchhandel.de noch aufgeführt) / edition text + kritik

Auf Lesungen.net ist Klings Auftritt im Literarischen Colloquium Berlin nachzuhören (1992), wo er, von Hajo Steinert angesprochen auf die (angebliche) ‚Dunkelheit‘ seiner Gedichte, den schönen Ausspruch tat: „Ich bin doch nicht der Kreuzworträtselmann!”

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4 Kommentare zu “Thomas Kling, Die gebrannte Performance

  1. Am 7. April, 20.10 Uhr, wiederholt der Deutschlandfunk das Hörspiel „Vogelherdrecherche” von Ulrike Janssen (zusammen mit Norbert Wehr). 46:11 Minuten.

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