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Chamisso, SchlemihlNur der Kyrene.Literaturverlag hat was bemerkt und sich an die Arbeit gemacht. 2014 jährte sich zum zweihundertsten Mal das Erscheinen der Erstausgabe von Peter Schlemihls wundersame Geschichte. Die märchenhafte „Geld- und Schattennovelle“ ist das bekannteste Werk des Dichters und Naturforschers Adelbert von Chamisso (1781–1838), entstanden im Herzen der deutschen Romantik.

Bei Kyrene liegt nun eben dieser Band in griffig bibliophiler Aufmachung vor, beworben als Geschenkbuch. Das Büchlein ist tatsächlich ein Geschenk: Der abenteuerlichen, verheulten, komischen und fantastischen Lebensgeschichte vom armen Tropf Peter Schlemihl, der achtlos seinen Schatten verkauft und schleunigst wieder haben will, werden im Nachwort „noch heute aktuelle Bedeutungen“ attestiert. Es ist ein Werk über das „Unterwegssein und Ankommen“, ein Ankommen bei sich selbst.

    • Adelbert von Chamisso: Peter Schlemihls wundersame Geschichte. Mit einem Nachwort von Dr. Alexandra Hildebrand. Wien: Kyrene.Literaturverlag 2014. 138 Seiten, Leinen, Lesebändchen. 22,50 Euro

Als Wandler zwischen den Kulturen, Chamisso war französischer Emigrant, ist der Dichter seit 1985 Namensgeber des jährlich verliehenen Adelbert-von-Chamisso-Preises an „herausragende Deutsch schreibende“ Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit Migrationsgeschichte (2015, Sherko Fatah).

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In diesem Jahr macht Kyrene dafür ein Päuschen. Es gibt kein neues Buch. Kyrene widersetzt sich Branchenzwängen und will nachdenken. Einverstanden: Das Verlagsprogramm 2015 besteht aus 25 ausgewählten Publikationen (Romane, Storys, Prickelndes, Poeme) zum Wieder- oder Neuentdecken, darunter finden sich auch einige der schön gestalteten Titel zum zehnjährigen Jubiläum vor zwei Jahren. Für Kyrene ist schließlich „Das Beste immer neu!“.

 

 

Senta Wagner

(Abb.: Kyrene, sw)

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Ein Kommentar zu “Märchenpost aus Wien – Wiedersehen mit Peter Schlemihl

  1. „Der abenteuerlichen, verheulten, komischen und fantastischen Lebensgeschichte vom armen Tropf Peter Schlemihl, der achtlos seinen Schatten verkauft und schleunigst wieder haben will, werden im Nachwort ‚noch heute aktuelle Bedeutungen’ attestiert.”

    Ja, den Eindruck habe ich auch. Michael Maar, bei Berenberg, geht auch auf Schlemihl und den Schatten ein (Hexengewisper – hier hab‘ ich was dazu geschrieben – ich bin so frei …). Ich las gerade vor ein paar Tagen Hofmannsthals Erzählung „Die Frau ohne Schatten”. Jede Menge Stoff zum sich Wundern und Nachdenken zum Thema Schatten.

    Wenn man die Kyrene-Ausgabe im Bild sieht, möchte man gleich daran rühren und fühlen.

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