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Serge, Schwarze WasserDieser Roman von Wiktor Lwowitsch Kibaltschitsch alias Victor Serge, der als Sohn russischer Flüchtlinge 1890 in Brüssel geboren wurde und 1947 im mexikanischen Exil starb, erschien zum ersten Mal im Jahr 1939 im Pariser Verlag Grasset und wurde ebenda 2009 wiederaufgelegt.
Eva Moldenhauer hat ihn ins Deutsche übertragen, und so ist er nun erstmals, 75 Jahre nach seinem ersten Erscheinen, auch für deutschsprachige Leser zu entdecken:

Schwarze Wasser

„Michail Iwanowitsch Kostrow, Professor für ‚historischen Materialismus’ in Moskau, wird wegen falscher Gesinnung verhaftet. Er durchläuft die verschiedenen Stationen des stalinistischen Repressionsapparats und landet schließlich in dem entlegenen Ort Schwarze Wasser in der Verbannung. Hier trifft er auf eine Gruppe von Oppositionellen.

Der atemlos geschriebene Roman ist eine Fiktion, aber genährt durch fürchterliche Realitäten, aus Erfahrungs- und Erinnerungsbruchstücken der deportierten linken Opposition. Trotz der Hoffnungslosigkeit der Situation überdauern die Protagonisten – dank einer menschlichen Wärme im Grauen der Denunziationen, dem Sternenhimmel, der Weite der Landschaft und der kurzen Liebe.

Serges Roman von 1939 macht vor Koestler und lange vor Solschenyzin das Leben in den sowjetischen Straflagern zum Thema – ein Stück ergreifender Weltliteratur.”
(Text: Rotpunktverlag)

„Serge schreibt in der Verpflichtung, denen eine Stimme zu geben, die stumm sind oder zum Schweigen gebracht wurden.”
Susan Sontag

Der Roman ist ein einzigartiges Dokument, das mit erschreckender Genauigkeit von der Zerstörung von Menschen erzählt, die in die Maschinerie eines Machtapparates kommen, der zu entkommen sie keine Chance haben. Serges Roman ist dennoch mehr als ernüchternde Abrechnung mit dem Stalinismus. Er ist starke Literatur, die von der inneren Gespaltenheit der Verbannten redet.”
Anton Thuswaldner, Die Furche, 27. November 2014

„Es ist ein stilles, melancholisches Buch, das durch Sanftheit seine Stärke entfaltet. Der Autor zieht durch die unaufgeregte und behutsame Sprache in seinen Bann. Mit Ruhe und Präzision zielt er auf das Mitgefühl – auf das genuin Menschliche in uns.”
Aurel Jörg am 29. November 2014 auf SRF Kultur. Die ganze Buchbesprechung kann hier nachgelesen werden.

Hier eine Leseprobe.

Victor Serge, Schwarze Wasser. Roman. Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer. 288 Seiten, gebunden. 20,4 x 12,5 cm. Rotpunktverlag, Zürich 2014. 22,90 Euro

Außerdem in der Reihe „Romane aus Frankreich”
Éric Vuillard, Kongo (7.1.2015)
Emmanuel Carrère, Alles ist wahr (20.12.2014)
Christophe Bataille, Absinth (19.12.2014)
Julia Deck, Viviane Élisabeth Fauville (17.12.2014)

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Ein Kommentar zu “Romane aus Frankreich (5) Victor Serge, Schwarze Wasser

  1. Pingback: Romane aus Frankreich (7) Shumona Sinha, Erschlagt die Armen! | Der Hotlistblog

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