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Guy Krneta, Unger üsGuy Krneta, Unger üs

„Ein Familienroman, mehr noch: ein Gesellschaftsroman. Und das im Spoken Word? Durchaus. Guy Krneta gelingt das Wagnis, indem er uns Momentaufnahmen aus der Geschichte einer Schweizer Familie und mit ihr aus den vergangenen fünfzig Jahren der Schweiz verschafft.

Wie im Fotoalbum ergeben sich kleinere und grössere Sprünge zwischen den einzelnen Aufnahmen. Umso grösser wird die Spannung: Wo bleibt er denn, der Unggle Sämi? Und danach die Auflösung: Ah, da ist er wieder, oder: Diese Vivienne kenne ich doch auch schon. Aber ‚unger üs’ bleiben wir dabei nicht. Und dies nicht nur, weil der Ich-Erzähler nach Peru fährt, um das Kind zu finden, das er gezeugt haben will.

‚Unger üs’ sagt der Grossvater, wenn er noch glaubt, er könne die Familie vereinen. Und ‚unger üs’ sagt der Unggle Sämi, wenn er einmal mehr flunkert und nicht entlarvt sein will.

Unger üs bietet eine täuschende Fassade – wie die Berner Mundart, wenn sie nicht so kunstvoll in der Schwebe gehalten wird, wie Guy Krneta das schafft: Er spricht im Vertrauten das Verfängliche aus, und diese Doppelbödigkeit liegt auch in den Geschichten und den Personen, die sie erleben. Man gewinnt sie lieb, diese Personen, auch wenn oder gerade weil unter ihrem ‚unger üs’ kein fester Boden mehr zu finden ist.”
(Text: Der gesunde Menschenversand)

Nominiert für den Schweizer Buchpreis 2014

Eine ausführliche Leseprobe gibt es hier (ISSUU).

Guy KrnetaZum Autor

Geboren 1964 in Bern, lebt als freier Schriftsteller in Basel. Mitglied des Spoken Word-Ensembles Bern ist überall und des Trios Krneta, Greis [bzw. Anna] & Apfelböck. Er war Dramaturg an der Württembergischen Landesbühne Esslingen und am Staatstheater Braunschweig sowie Co-Leiter des Theaters Tuchlaube und Dramaturg beim Theater Marie in Aarau.
Krneta schrieb zahlreiche Theaterstücke, die mit Preisen ausgezeichnet wurden. Zahlreiche Buch- und CD-Veröffentlichungen.

Pressestimmen zu Unger üs

„Das Buch besticht durch einen eigensinnigen erzählerischen Zugriff und eine Faszination für die Entdeckung unbetretenen Geländes. Krneta findet eine spielerische Lust am Sprachexperiment, das in der Diktion und aus der Diktion heraus erzählt – bis Sprache nicht mehr als Sprache wahrgenommen wird, sondern sich in einen irisierenden Schwebezustand verflüchtigt.”
041 – Das Kulturmagazin, 1.9.2014

„Nur 168 Seiten umfasst das Büchlein, manche halb leer. Dennoch hat man am Schluss den Eindruck, eine dicke Chronik gelesen zu haben. Das regelmässige Muster, nach dem die Episoden aneinandergereiht sind, mag an eine schöne Halskette erinnern. Aber als Ganzes gemahnt es einen auch an die synthetischen Diamanten, die eine Schweizer Spezialfirma aus der Asche Verstorbener presst.”
Irene Widmer, sfd [Schweizer Feuilleton-Dienst], 30.8.2014

Guy Krneta, Unger üs. Familienalbum. 168 Seiten, broschiert. Der gesunde Menschenversand, Luzern 2014. 18,50 Euro (Auch als E-Book erhältlich)

Zum Verlagsprogramm von Der gesunde Menschenversand siehe auch den Hotlistblog-Beitrag zu Michael Fehr, Kurz vor der Erlösung (11.2.2014).

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Martin Wallimann. Lettern zum Tag

Am 5.2.2014 starb der Verleger Martin Wallimann im Alter von nur 55 Jahren. Liliane Studer hat ihm auf diesen Seiten einen schönen Nachruf gewidmet. – Soeben ist als Nr. 12 der Obwaldner Künstlerhefte das Büchlein Martin Wallimann. Lettern zum Tag erschienen.

Wallimann, Lettern zum Tag
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Martin Wallimann (1958-2014) sah sich nicht als Künstler. Er war Kunstdrucker, Verleger, Vernetzer und vieles mehr, aber als Künstler hat er sich nie bezeichnet. Trotzdem gab es eine Einzelausstellung mit Werken von ihm, die 2003 in der Galerie Benzeholz in Meggen stattfand. Die Arbeiten, die in diesem Obwaldner Künstlerheft gezeigt werden, sind vor allem in Hinblick auf diese Ausstellung entstanden. In ihnen verbindet sich vieles, was zum Wesen und Schaffen von Martin Wallimann gehörte.
Da wären die historischen Holzlettern, welche ihm als Ausgangsmaterial dienten und einerseits sein Interesse an Geschichte und Geschichten zeigen.
Andererseits sind eben diese Lettern Zeugnis seiner Liebe zum Spiel mit den Buchstaben in Anagrammen, die in seinem Verlag veröffentlicht wurden.
Daneben zeigen die Druckgrafiken aber auch seine Tätigkeit als Kunstdrucker. Unzählige Künstler haben mit ihm zusammengearbeitet. So stehen seine farbigen, teilweise mehrfach übereinander gedruckten Arbeiten stellvertretend für all die Kunst, die im Atelier in Alpnach über die Pressen lief.”
(Text: Der gesunde Menschenversand)

Martin Wallimann. Lettern zum Tag. Herausgegeben von der Kantonalen Kulturförderungskommission Obwalden. Mit Druckgrafiken von Martin Wallimann, Texten von Lukas Wallimann, Christian Sidler und Romano Cuonz sowie einem Plakat mit sämtlichen Buchcovern des Verlags Martin Wallimann.
28 Seiten, fadengeheftete Broschur. 31 x 20 cm. Der gesunde Menschenversand, Luzern 2014. 12,00 Euro

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Ein Kommentar zu “Guy Krneta und Martin Wallimann

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