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Rimbaud, KorrespondenzArthur Rimbaud, Korrespondenz

„Arthur Rimbaud ist zum Mythos geworden:
Er brach mit inhaltlichen und formalen Konventionen der Lyrik und wurde so zu einem Wegbereiter der literarischen Moderne, seine Liebesbeziehung zu Paul Verlaine und sein literarisches Verstummen mit nur 19 Jahren machten ihn zur Legende.

Mit Rimbauds vollständiger Korrespondenz in drei Bänden entsteht ein ebenso feingliedriges wie ausdrucksstarkes Portrait des epochalen Dichters. Sie enthält nicht nur spektakuläre Dokumente wie Rimbauds Verhörprotokoll nach Verlaines Schuss auf ihn, sondern erlaubt dem Leser durch die Fülle an Hintergrundinformationen auch zum ersten Mal, die Kompositionsarbeit des Lyrikers nachzuvollziehen.

Anhand der Briefe und Dokumente wird deutlich, welche Lektüreerlebnisse, welche Stadtimpressionen in seine Dichtkunst eingegangen sind.
Nicht nur dieses Wissen, auch die Sichtung der Rimbaudschen Handschriften ermöglichte zudem eine neue Übertragung der zu Lebzeiten veröffentlichten Gedichte ins Deutsche.
So offenbart sich unseren Augen ein gänzlich unbekannter Rimbaud, der mit dem Befund ‚Ich ist ein anderer’ die Grundlage des modernen
Bewusstseins freilegte.”
(Text: Matthes & Seitz Berlin)

Rimbaud, Zukunft der DichtungDie Zukunft der Dichtung

„Mit sechzehn Jahren, im Mai 1871, schrieb Arthur Rimbaud seine beiden Seher-Briefe. Während in Paris ein blutiger Aufstand tobt, teilt Rimbaud zwei Freunden mit, dass er ein Dichter sein wolle. Er kündigt eine neue Sprache an, eine ‚objektive‘ Poesie, die nicht in der Gesellschaft ankommen solle, sondern im ‚Unbekannten’.
Eine Poesie der Entgrenzung aller Sinne, eine Befreiung, Revolte, ein Triumph über die Moral der bürgerlichen Gesellschaft.”
(Text: Matthes & Seitz Berlin)

„Mit diesem Bändchen ist man bestens gewappnet für die Vertiefung in Rimbauds Werk.”
Joseph Hanimann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. April 2011

Die besagten Lettres du voyant gibt es auch in einer zweisprachigen, von Werner von Koppenfels übersetzten, Ausgabe.

Seher-Briefe / Lettres du voyant

„1871, im Schatten des Pariser Kommuneaufstandes, entwirft der 16jährige Arthur Rimbaud das rebellische Manifest einer Poesie der Zukunft. Was er hier fordert, wird er in seiner dichterischen Praxis realisieren und dabei weit über die Grenzen des Sagbaren hinausgehen.

Werner von Koppenfels legt erstmals eine integrale deutsche Fassung der Lettres du voyant vor. Sie wird ergänzt durch das Gedicht, welches Rimbauds Programm einer ’sehenden Poesie‘ beispielhaft einlöst: ‚Le Bateau ivre’ – ‚Das Trunkene Schiff’, übertragen von Paul Celan.
(Text: Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung)

Bonnefoy, Streichend schreibenxxxxx

Yves Bonnefoy, Streichend schreiben

Ein Nachfahr Rimbauds, und Verfasser einer bei rororo erschienenen Rimbaud-Biographie, ist der 1923 in Tours geborene Yves Bonnefoy.

„In dem umfangreichen poetischen Werk von Yves Bonnefoy [hierzulande v. a. bei Klett-Cotta und bei Hanser erschienen] nimmt Streichend schreiben eine bemerkenswerte Sonderstellung ein: Nie zuvor hat Bonnefoy einen Gedichtzyklus geschrieben, der ausschließlich Gedichte in einer einzigen strengen Form enthält: achtundzwanzig Sonette in ihrer klassischen, romanischen Gestalt, vierzehn Verse, verteilt auf zwei Quartette und zwei Terzette.
Und zugleich gestaltet er hier Bilder, Themen und Motive, die in großer Kontinuität anknüpfen an die eines ganzen Lebenswerks:
Zeit und Erinnerung, Kindheit und Alter, Sprache und Traum, Buch und Bild.
Die lebenslangen Motive werden jedoch andere in dieser anderen Konstellation, und vor diesem Hintergrund muss man Streichend schreiben trotz seiner Kürze als einen der gewichtigsten Gedichtbände von Yves Bonnefoy ansehen, als genuines Spätwerk, das von einem sowohl zeitlich wie auch ästhetisch vorgeschobenen Posten aus ein ganzes Lebenswerk noch einmal in Bewegung setzt, in neuem Licht erscheinen lässt.
Die formale Wahl stellt alle Themen dieses Werks noch einmal in Frage, schreibt sie neu, konzentriert sie und dringt durch diese Konzentration zu unbekannten Dimensionen des Bekannten vor und damit auch zu einer offenen Zukunft des Vergangenen.”
(Text: Stiftung Lyrik Kabinett)

Für meinen Geschmack ist der Schluss des letzten Absatzes zu grandios formuliert, aber sei’s drum. – Der Prozess des streichenden Schreibens ist der Arbeit von Mathilde Bonnefoy, der Tochter des Dichters, gar nicht unähnlich: Sie ist Cutterin. / mr

Bücherzettel

Arthur Rimbaud, Korrespondenz. Herausgegeben von Jean-Jacques Lefrère.
Aus dem Französischen von Tim Trzaskalik. 1400 Seiten, gebunden im Schuber. 60 Abbildungen. Matthes & Seitz Berlin, Berlin 2015. 98,00 Euro

Arthur Rimbaud, Die Zukunft der Dichtung. Die Seher-Briefe. Aus dem Französischen von Tim Trzaskalik. Mit Essays von Philippe Beck und Tim Trzaskalik. 152 Seiten, Klappenbroschur. Matthes & Seitz Berlin, Berlin 2011. 14,80 Euro (= Fröhliche Wissenschaft)

Arthur Rimbaud, Seher-Briefe / Lettres du voyant. Französisch und Deutsch. Herausgegeben, übertragen und mit Anmerkungen und Vorwort versehen von Werner von Koppenfels. 128 Seiten, broschiert. Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung, Mainz 1990. 10,00 Euro (= excerpta classica, Bd. 7)

Yves Bonnefoy, Streichend schreiben. Gedichte. Französisch und Deutsch. Übersetzt von Elisabeth Edl und Wolfgang Matz. 80 Seiten, Englische Broschur.
Stiftung Lyrik Kabinett, München 2012. 18,00 Euro (= Reihe Lyrik Kabinett,
Bd. 14)

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