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Kinderland_CoverSeit Kinderland im Mai erschienen ist, liest man durchweg nur Positives über den knapp 300 Seiten starken Wälzer des Berliner Zeichners Mawil. Sowohl für die Geschichte als auch für das Artwork gab es viel Lob.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Mirco Watzke geht in die 7a der Tamara Bunke Schule in Ostberlin. Bisher verlief sein Leben zwischen Schule, Kirche und Klavierunterricht in geregelten Bahnen. Doch der Sommer 1989 bringt nicht nur historische Veränderungen. Mirko freundet sich plötzlich mit dem neuen Mitschüler Torsten an. Der steckt ständig in Schwierigkeiten und bei den Pionieren ist er auch nicht. Dafür weiß er, wie man sich Respekt bei den älteren Schülern verschafft und wie man die Unterschrift der Eltern fälscht. Und während sich die gesellschaftpolitischen Umwälzungen dieses Jahres so langsam ankündigen, schlittert Mirko von einem Schlammasel in den nächsten und erkennt sein Talent im Tischtennis.

Das alles erzählt Mawil mit viel Witz und Gespür für das richtige Erzähltempo. Vor allem bei den an der Tischtennisplatte auf dem Pausenhof ausgetragenen Schlachten wird das deutlich. Manchmal werden diese Duelle stark gerafft. Dann geht es Schlag auf Schlag und von Panel zu Panel wird gepunktet. Dann wieder lässt Mawil sich für einen Ballwechsel eine ganze Doppelseite Zeit, zeigt kleine Details und Jungs, die wie Superhelden mit dem Tischtennisschläger voran durch die Luft zischen. Die knapp 300 Seiten präsentieren sich in der für Mawil typischen Funny-Optik. Ob nun Superhasi oder Mirko, stets schauen einen von den Comicseiten die bekannten runden Gesichter an.

Kinderland ist übrigens für die Hotlist 2014 nominiert. Per Online-Voting kann drei Titeln ein Platz auf der Hotlist gesichert werden. Das Wahllokal ist noch bis zum 18. August geöffnet.

(uf)

 

Mawil: Kinderland. Berlin: Reprodukt. 2014. 296 Seiten. ISBN 978-3-943143-90-4. 29,- Euro.

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