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Beim Stöbern in Verlagsprogrammen – eine meiner Lieblingsbeschäftigungen, und wichtiger Teil meiner Arbeit – stieß ich (mr) auf dies schöne Buch aus der Edition A · B · Fischer:

Petersburg – Eine literarische Zeitreise
Petersburg Titelentwurf.Neu.indd„Die Autorin Steffi Memmert-Lunau und die Photographin Angelika Fischer bereisten im Frühjahr 2012 die Stadt an der Newa. Sie besuchten Kommunalwohnungen und Paläste, Hinterhöfe und Hotels, auf den Spuren der Hofpoeten, Romantiker und Satiriker. In ihrem Buch entfaltet sich ein Panorama des literarischen Petersburg, wie man es bisher noch nicht gesehen hat.
(Text: Edition A · B · Fischer)

Wohnungen und Lebensorte von: Anna Achmatowa, Alexander Blok, Joseph Brodsky, Gawrila Dershawin, Fjodor Dostojewski, Sergej Jessenin, Michail Lomonossow, Ossip Mandelstam, Vladimir Nabokov, Nikolai Nekrassow, Alexander Puschkin, Konstantin Romanow, Kondrati Rylejew, Michail Sostschenko, Sinaida Hippius und Dimitri Mereschkowski

„Die Orte, an denen hier Dichter ihre Werke schufen, sind urban, manchmal bizarr und mitunter ungemütlich: hochherrschaftliche Häuser und Kammern in Kommunalwohnungen, literarische Salons und Kasernenräume, Hotelzimmer und Kerkerzellen, spartanische Arbeitszimmer und labyrinthische Paläste. Fast immer sind die Petersburger Dichterorte von Dramen und Geheimnissen umwittert und haben ihren eigenen Mythos erzeugt, in dessen Mittelpunkt oft der Dichter selbst steht.” – Steffi Memmert-Lunau

Hier zwei Beispiel-Doppelseiten (für die vergrößerte Ansicht Bild anklicken).

Puschkins Wohnung

Puschkins Wohnung – Arbeitsplatz 1: Schreibtisch

Achmatowas Wohnung

Achmatowas Wohnung – Arbeitsplatz 2: Küche

Zu obigem Buch passt gut dieses aus dem AvivA Verlag, mit Erscheinungsdatum 2003 schon richtig ‚alt‘, aber was heißt das schon! – Das einzige Kriterium, das in der Welt der Bücher und des Lesens zählt, ist das der Qualität. Außerdem: Alles, was ein Mensch nicht kennt, nicht hat, ist neu. Das ist das meiste.

Abende nicht von dieser Weltxxxxxxxxxxxxx
Abende nicht von dieser Welt

„Das Silberne Zeitalter, die ‚russische Renaissance des 20. Jahrhunderts’ an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, war nicht nur eine Epoche des Höhenfluges der russischen Kultur, sondern auch eine Zeit, in der sich Frauen in Literatur und Kunst überzeugt und überzeugend artikulierten.

Salons spielen in Kunst und Kultur des Silbernen Zeitalters eine wichtige Rolle, und in ihrem Zentrum stehen gebildete und selbstbewusste Schriftstellerinnen und Künstlerinnen wie Anna Achmatowa, Marina Zwetajewa, Ida Rubinstein, Natalja Gontscharowa, Sinaida Gippius und viele andere.”
(Text: AvivA Verlag)

„Kenntnis- und faktenreich zeichnen die Slawistinnen Ursula Keller und Natalja Sharandak die dichten Verflechtungen der großbürgerlichen Salons mit der Kunstwelt nach; wobei die schicksalsmächtigen Begegnungen … auch einen großen Unterhaltungswert haben.”
Nicole Henneberg, die horen

Signet der Friedenauer Presse

Signet der Friedenauer Presse

Nach diesem Buch, das keineswegs nur Salonièren und Slawophilen ans Herz gelegt sei, nun noch ein Bändchen aus der Friedenauer Presse, einem für die Vermittlung russischer Literatur und Kultur im deutschsprachigen Raum eminent wichtigen Verlag, siehe hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – in den Augen von Betriebsberatern sicher ein kleines, ein unmöglich existieren könnendes Unternehmen. Pah! können wir da nur sagen, die wir’s besser wissen.
Die Friedenauer Presse ist eine immer inspirierende Geistes-Bank, gegen die die Bad Banks (und sind das nicht die meisten?) verdammt alt aussehen.

Charms

„Als wärs ein Sujet für eine absurde Erzählung von Daniil Charms: im historischen Jahr 1933 lernt der 28-jährige Dichter in seiner Heimatstadt Leningrad, die er beharrlich Petersburg nennt, die Schauspielerin Klavdija Pugačeva kennen und verliebt sich in sie, just in dem Augenblick, da sie beschlossen hatte, Leningrad zu verlassen und ein Engagement in Moskau zu suchen.

Der Briefwechsel zwischen beiden (nur Charms‘ Briefe sind erhalten) erstreckt sich über ein halbes Jahr bis Februar 1934. Er dokumentiert eine der zärtlichsten und zugleich traurigsten, weil absolut aussichtslosen Liebesgeschichten, und er zeigt uns Daniil Charms von einer neuen, unbekannten Seite – als einen überaus empfindlichen, zerbrechlich zarten Liebenden, als einen unendlich scheuen, verletzlichen und furchtbar einsamen Menschen.

Die neun Briefe von Charms an K. V. Pugačeva erschienen 1988 im Aprilheft der Zeitschrift Novyj mir und liegen hier erstmals gesammelt auf Deutsch vor.”
(Text: Friedenauer Presse)

Bibliographische Angaben

Steffi Memmert-Lunau (Text) / Angelika Fischer (Photographien), Petersburg – Eine literarische Zeitreise. 172 Seiten mit 168 Abbildungen im Duoton und einem Lageplan. Englische Broschur, Fadenheftung. 24,5 x 17 cm. Edition A · B · Fischer, Berlin 2013. 22,80 Euro

Ursula Keller / Natalja Sharandak, Abende nicht von dieser Welt. St. Petersburger Salondamen und Künstlerinnen des Silbernen Zeitalters. 300 Seiten, gebunden.
23 x 16,5 cm. AvivA Verlag, Berlin 2003. 21,50 Euro

Daniil Charms, Briefe aus Petersburg. 1933. Aus dem Russischen übersetzt und herausgegeben von Peter Urban. 24 Seiten, fadengeheftete Broschur. Bleisatz.
25 x 17 cm. Friedenauer Presse, Berlin 1988. 9,50 Euro

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