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Nicht nur die Szene der Indie-Verlage im deutschsprachigen Raum ist vielfältig, die Comicszene ist es ebenso. Zwar kann Deutschland bei Weitem (noch) nicht mit dem franko-belgischen Raum mithalten, dennoch gibt es – gerade in den Programmen der unabhängigen Verlage – immer mehr Grafisches zu entdecken.

Geschichten in klassischer Comicform, Literaturadaptionen oder Experimente an der Grenze zum Illustrationsbuch – hier soll alles vorgestellt werden, was mir unter die Augen und in die Finger kommt. Ganz im Sinne des Hotlistblogs möchte ich Neues sichten, von dem, was mich begeistert, schwärmen und alte und neue Schätze aus meinem Comicregal zeigen.

spring#11SchuberDoch wo beginnen? Am besten mit einem Magazin, das schon seit zehn Jahren immer wieder aufzeigt, wie vielfältig die Szene der Zeichnerinnen im deutschsprachigen Raum ist. SPRING versammelt einmal jährlich in einer Anthologie Beiträge verschiedener Künstlerinnen, die sich jeweils einem großen Thema widmen. Nach den „Happy Endings“ und dem „Familiensilber“ folgte eine Ausgabe, die die zwölf Gesänge von Goethes „Reineke Fuchs“ grafisch umgesetzt von zwölf verschiedenen Zeichnerinnen präsentierte. Die Auswahl an Künstlerinnen variiert von Ausgabe zu Ausgabe etwas. Immer sind jedoch nicht nur etablierte Namen wie Barbara Yelin, Ulli Lust oder Birgit Weyhe sondern auch bisher weniger bekannte Zeichnerinnen vertreten. Und jedes Mal beeindruckt die enorme Bandbreite, die präsentiert wird.

Die gerade erschienene elfte Ausgabe steht unter der Überschrift „Wunder“. Hier wird besonders deutlich, dass sich das Magazin bewusst auf der – ohnehin nicht klar zu ziehenden – Grenze zwische Comic und Illustration bewegt. In einem Schuber finden sich 15 von jeweils einer Künstlerin gestaltete Plakate. Dazu gibt es ein Heft mit Texten verschiedener Autoren (u.a. Michael Wein, Tessa Müller und Benjamin Maack). Auch wenn mit den Plakaten eine Präsentationsform gewählt wurde, die eher für Einzelmotive typisch ist, finden sich auch immer wieder Folgen von kleineren Einzelbildern. Egal ob in regelmäßigen Panelfolgen oder in lose verknüpften Bildern, hier wird auch sequentiell erzählt. Wie auch in den vorangegangenen Ausgaben zeigt das Magazin auf, wie vielfältig grafisches Erzählen sein kann und wie viele tolle Zeichnerinnen es in Deutschland gibt. SPRING #11 ist einmal mehr eine wahre Fundgrube.

(uf)

 

SPRING #11: Wunder. 15 Plakate im Siebdruck-Schuber (97 x 46 cm) plus Extraheft mit Texten. ISBN 978-3-981-5384-2-7. 25 Euro

Weitere Einblicke gibt es hier.

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