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Krill bedeutet Walnahrung. Die Edition Krill macht Bücher. Und irgendwie hängt das Ganze auf wundersame Weise miteinander zusammen und ergibt eine Verlagsgeschichte, auf die der Zeigefinger der Hotlist zeigt. Am Anfang war ein Handschlag: 2007 gründeten Virgil Guggenberger und Wolfgang Gosch in Wien mit einem kräftigen Händeschütteln die Edition Krill, und von den beiden wird das Büchermachen dann auszugsweise so beschrieben:

Wir sind der Wal. Krill, das sind uns unsere Bücher. Zwar möchte Edition Krill Bücher nicht essen; beim Gedanken an ein gelungenes Buch läuft uns aber doch das Wasser im Munde zusammen.
Krill ist nicht Masse, Krill ist Vielfalt. Edition Krill vertritt keine Linie, beschränkt sich auf kein Land und kein Thema. Als Sprache gilt uns alles, was gedruckt werden kann. Unsere Ansicht: Es gibt immer mehr als nur eine.“ (Text: Edition Krill, 2013)

Bevor man das heute noch überschaubare, feine Buchprogramm aufblättert, darf man sich auf der Homepage durch erste verwandelte (Lieblings-)Sätze klicken, weil „jede Geschichte beginnt mit dem ersten Satz“ („Lange Zeit sind wir früh schlafen gegangen“, „Wir sind nicht Stiller“). Bei Krill online wird dezent geschmückt und ausstaffiert, der spielerische Umgang mit Sprache und Gestaltung sind gleichermaßen versiert. Wir schauen gerne hin.

Dieser Anspruch setzt sich in den handfesten Büchern fort: zwei Beispiele zu Kind und Kunst.

die-drachen190„Warum lachen Drachen? Warum sollten Tigerkatzen einen im Zirkus nicht kratzen? Warum ist der Tod nicht »rot«? Und warum hat man bloß »schlechte Gedanken«? Das sind einige der Fragen, die Michael Hammerschmids Gedichte stellen, was sie auf die denkbar unmittelbarste Art und Weise tun – an ein »Du« gerichtet. Ähnlich direkt im Ausdruck die Kinderzeichnungen von Mia Schwarcz, die Seite an Seite mit den Gedichten stehen. Im Wechselspiel von Text und Bild, zwischen Wort und Welt und letztlich zwischen Kind und Erwachsenem wird so ein ganz eigener, zugleich freier und inniger Ton angeschlagen.“ (Text: Edition Krill, 2013)die-drachen-02

  • Michael Hammerschmid: die drachen die lachen. Kindergedichte mit Bildern von Mia Schwarcz. Wien: Edition Krill 2013. Einlagige Schulheft-Broschur mit Rückstichheftung. 64 Seiten. 16 Euro

 

taubenbriefe190Mit Vögeln und Flugobjekten und dem Sehen von oben herunter auf die bunte Welt hat die Künstlerin und Autorin Teresa Präauer ja am liebsten zu schaffen. Für ihren anmutigen Debütroman Der Herrscher aus Übersee gewinnt sie 2012 den aspekte-Literaturpreis. Die Taubenbriefe von Stummen an anderer Vögel Küken erschienen 2009 bei der Edition Krill und ebendort 2012 in zweiter unveränderter Auflage. Sie sind wieder zu haben.

„Teresa Präauer versammelt in ihrem Buch bildende Kunst und Literatur: Insgesamt 15 Zeichnungen ingeniöser Vögel stehen 15 poetische Kurztexte gegenüber – dicht und knapp wie ein Haiku bilden diese »Taubenbriefe« die Berichte zu den Beobachtungen der gefiederten Geschöpfe. Der Idee der Taubenbriefe folgend lassen sich die Blätter des Buches einzeln entnehmen und als Karten in die ganze Welt versenden.“ (Text: Edition Krill, 2012)

Da frägt man, was die Vögel tun,
und hört, was sie berichten.

In straffes Federkleid gemantelt stiert der Brave Höllengreifling, mit weißem Augenlicht in sonst kompaktem Schwarz brütet der Lochschwärzler, und auf sehnigen Beinen wägt der Anfresser seine weiteren Aussichten ab:

Wir haben uns eine Fliege geteilt.

  • aus: Teresa Präauer: Taubenbriefe von Stummen an anderer Vögel Küken. Wien: Edition Krill 2012. 15 Text- und 15 Bildkarten (gebunden, einzeln entnehmbar), Umschlag partiell lackiert, Banderole. 14 Euro
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