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Bennett, eben wie andere LeuteAlan Bennett, Leben wie andere Leute

Alan Bennett blickt zurück auf das Leben seiner Eltern und eine Kindheit zwischen ebenso verschrobenen wie liebenswerten Verwandten. In seinem Familienporträt erzählt er von den Hoffnungen und Enttäuschungen der Bennetts, von ihrer Sehnsucht, so zu leben wie andere.

Ein englisches Mittelklasse- Ehepaar ist sich nicht ganz sicher über seinen Platz in der Gesellschaft. Während er jegliche Form von „Angeberei“ ablehnt, hegt sie gewisse gesellschaftliche Ambitionen, die aber schon im Diskussionskreis der örtlichen Kirche scheitern.

Der wohl bekannteste britische Autor der Gegenwart entfaltet diese wahre Geschichte seiner Eltern zu einem hinreißend erzählten, komischen und anrührenden Familienkaleidoskop, das mehr als ein halbes Jahrhundert umspannt. Ergreifend ist besonders die Schilderung der dezenten, aber allumfassenden Liebe seiner Eltern, die es ohne einander kaum aushalten konnten.
Wir lernen aber nicht nur seine Eltern und Großeltern kennen, sondern auch zahlreiche seltsame Onkel und Tanten, denen wir schon in vielen anderen Texten Bennetts begegnen konnten, darunter die keinem Abenteuer oder Drink abgeneigten Tanten Myra und Kathleen.

Gerade durch diese Bezüge zu seinem Werk offenbart sich der Autor Alan Bennett zum ersten Mal auf ganz persönliche Weise.

In einem Feuerwerk aus Anekdoten beschreibt Bennett das Leben seiner hilflos- schüchternen Eltern und ihrer anscheinend viel gewitzteren Verwandtschaft.
Eine Familie wie andere – und doch gibt es einen Unterschied: Als seine Mutter plötzlich in eine heftige Depression verfällt, entdeckt Bennett ein seit Jahrzehnten gehütetes Familiengeheimnis.“
(Text: Verlag Klaus Wagenbach)

  • Alan Bennett, Leben wie andere Leute. Aus dem Englischen von Ingo Herzke. 168 Seiten mit vielen Fotos. Rotes Leinen, Fadenheftung. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2014. 16,90 Euro – erscheint im März

Larrue, Wojna
Arthur Larrue, Wojna

„In diesem sprühenden Roman zeigt Arthur Larrue mit viel Komik ein ernstes Bild des heutigen Russlands, in dem sich mutige Künstler gegen die rigide Staatsmacht auflehnen.

Eine Nacht in Sankt Petersburg. Genervt verlässt der Erzähler seine Freundin mitten in der Nacht, um in der Wohnung einer Bekannten unterzuschlüpfen. Doch schon im Treppenhaus begegnet ihm die Nachbarin, ein altes Weiblein, das mit Marihuana handelt und offenbar durch die Wände sehen kann. Und die Wohnung selbst ist nicht leer.

Wer dort in der Küche sitzt, die mittels des Gasherds auf Körpertemperatur hochgeheizt wird, ist ihm sofort klar. Die anarchische Künstlergruppe Wojna, berühmt, berüchtigt und gesucht, hat sich eingenistet und plant offenbar neue Aktionen. Sie sind radikal, absolut und kompromisslos politisch.*
Kommissar Komarow verbringt die Nacht im Büro, erfolglos darum bemüht, seine heimliche Sympathie für Wojna vor sich selbst zu verbergen und alle Hinweise auf ihr Versteck zu übersehen. Doch die alte Nachbarin mit der Hanf-Plantage fasst einen hinterhältigen Plan.
(Text: Verlag Klaus Wagenbach)

  • Arthur Larrue, Wojna. Roman. Aus dem Französischen von Max Stadler. 112 Seiten, Klappenbroschur. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2014. 12,90 Euro – erscheint im März
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