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Kucinski, K.Beim Fest der Kleinen Verlage, das das Literarische Colloquium Berlin unlängst zum achten Mal ausgerichtet hat – die Klappentexterin und Caterina haben im Blog We read Indie einen sehr schönen Bericht darüber veröffentlicht: Kleinverlagsoase am Wannsee –, fragte ich am Stand von TRANSIT die Verlegerin Gudrun Fröba nach einem Titel, den sie mir besonders ans Herz legen würde.
Sie nannte daraufhin den Roman K. oder Die verschwundene Tochter von Bernardo Kucinski, der zum diesjährigen Buchmesseschwerpunkt Brasilien erscheinen wird (und natürlich auch über diesen Anlass hinaus Aufmerksamkeit verdient, zumal die Geschichte sich ähnlich auch in Argentinien oder anderswo zugetragen haben könnte).

Bernardo Kucinski, K.

„São Paulo in den siebziger Jahren. K., Besitzer eines Geschäfts für Herrenmode, wartet seit vielen Tagen auf ein Lebenszeichen seiner Tochter, Dozentin an der Universität São Paulo: dort sei sie seit zwei Wochen nicht mehr erschienen. Er fragt ihre Freunde, Bekannte, geht mit ihrem Foto zur Polizei – bis er schließlich auf Umwegen erfährt, dass sie seit Jahren ein Doppelleben führte und mit ihrem Mann verdeckt politisch arbeitete. Für K. ist das aus mehreren Gründen schockierend: Er glaubte seine Tochter, sein Lieblingskind, genau zu kennen und hielt sie für völlig unpolitisch. Und er begreift nicht, warum gerade er, der Mitte der dreißiger Jahre in Polen selber Mitglied einer jüdischen Widerstandsgruppe und nach einer Haftstrafe nach Brasilien geflohen war, auffällige Indizien im Verhalten seiner Tochter komplett falsch eingeschätzt hatte. Er hätte es wissen müssen und sie retten können. Sein Leben besteht danach aus einer doppelten Suche: Er will herausfinden, wer seine Tochter wirklich war, und, am wichtigsten: ob sie noch lebt.
Diese Suche provoziert Erinnerungen an seine eigene Jugend, wichtige Phasen seines Lebens, die er vorher immer verdrängt hatte. So verschränkt sich brasilianische überraschend mit europäischer Geschichte.”
(Text: TRANSIT Buchverlag)

„Ein großer, dichter Roman über das Klima von Terror, Unsicherheit, Schweigen und Trauer in einer Diktatur.”
Carlos Tibúrcio

„Alles in diesem Buch ist erfunden, doch fast alles ist geschehen.”
Bernardo Kucinski

Für den Buchhandel liegen Leseexemplare bereit, eine Leseprobe enthält die aktuelle Vorschau (pdf, auf Wunsch auch in Papierform erhältlich) bzw. findet sich auf der Verlagswebsite (nach unten scrollen).

Bernardo Kucinski, K. oder Die verschwundene Tochter. Roman. Aus dem Portugiesischen (Brasilien) von Sarita Brandt. 144 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag. TRANSIT Buchverlag, Berlin 2013. 16,80 Euro (E-Book 14,99 Euro) – erscheint am 28. August 2013

 Franz Kafka, Der Prozess

 „Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet. […]”

Der Buchstabe K. in der Literatur (und Musik) wäre ein Thema für sich. Unbedingt zu nennen in diesem Zusammenhang obiges Werk, das erstmals 1925 im Berliner Verlag Die Schmiede erschien und vom Stroemfeld Verlag im Rahmen der Historisch-kritischen Ausgabe sämtlicher Handschriften, Drucke und Typoskripte Kafkas ediert wurde.

Kafka, Prozess

„Das Manuskript des Romans Der Prozeß habe ich im Juni 1920 an mich genommen und gleich damals geordnet. Das Manuskript trägt keinen Titel. Doch hat Kafka dem Roman im Gespräch stets den Titel Der Prozeß gegeben. Die Einteilung der Kapitel sowie die Kapitelüberschriften rühren von Kafka her. Bezüglich der Anordnung der Kapitel war ich auf mein Gefühl angewiesen … – Franz Kafka hat den Roman als unvollendet betrachtet.”
– Max Brod im Nachwort zur Erstausgabe

Franz Kafka, Der Prozess. Reprint der Erstausgabe von 1925. Herausgegeben von Roland Reuß und Peter Staengle. Mit einem Nachwort von Roland Reuß. 432 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Fadenheftung, Leseband. Stroemfeld Verlag, Frankfurt am Main 2008. 29,80 Euro (Subskriptionspeis bei Abnahme der Reihe: 24,80 Euro)

Kaufhof, K.In die Gegenwart der 2000er Jahre führt das Heft K. von Alexa Kaufhof, das SuKuLTuR in seiner fortlaufenden Enzyklopädie der deutschen Gegenwartsliteratur, der Reihe Schöner Lesen, veröffentlicht hat.

„Im Deutschunterricht war ich nie gut. ‚Zu lapidar!’, stand immer unter meinen Besinnungsaufsätzen”, so Kaufhof in einer biographischen Notiz; sie schrieb und schreibt trotzdem weiter, ihr Blog heißt Stalkerzone.

Wie immer bleibt uns der Verlag einen Hinweis zum Inhalt schuldig, aber das macht nichts, Lesen lohnt, da kann man gar nichts falsch machen. / mr

Alexa Kaufhof, K. Illustriert von Alexa Kaufhof. 24 Seiten, geheftet. SuKuLTuR, Berlin 2009. 1,00 Euro (= Schöner Lesen, Nr. 83)

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